Detaillierte Erklärung & Einordnung

E-Invoicing beschreibt sowohl den technischen als auch den organisatorischen Rahmen, in dem elektronische Rechnungen zwischen Unternehmen und/oder öffentlichen Auftraggebern ausgetauscht werden. Kernelement ist, dass Rechnungen in einem maschinenlesbaren, strukturierten Format erstellt, versendet und empfangen werden, sodass IT-Systeme die enthaltenen Daten direkt verarbeiten können – ohne erneutes Abtippen oder Medienbrüche.

Typischerweise werden E-Invoices direkt aus einem ERP- oder Faktura-System generiert. Sie enthalten alle relevanten Rechnungsinformationen (Kreditor, Debitor, Beträge, Steuern, Positionen, Zahlungsbedingungen) in einem standardisierten Datenmodell, etwa gemäß der europäischen Norm EN 16931. Auf Empfängerseite werden diese Daten wiederum in ERP, Buchhaltung oder Workflow-Systeme übernommen und dort automatisiert geprüft, kontiert und verbucht.

In Europa ist E-Invoicing eng mit rechtlichen Initiativen verknüpft. Die EU-Richtlinie 2014/55/EU verpflichtet öffentliche Auftraggeber dazu, elektronische Rechnungen im europäischen Standardformat annehmen und verarbeiten zu können, wodurch E-Invoicing gerade im B2G-Bereich stark gefördert wurde. In Deutschland wurde diese Entwicklung mit der Pflicht zur elektronischen Rechnung an öffentliche Auftraggeber und – ab dem 1. Januar 2025, begleitet von Übergangsregelungen – mit der schrittweisen Einführung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich weitergeführt.

 

Wichtig ist die Abgrenzung von Begriffen:

  • E-Invoicing beschreibt den Prozess und die Infrastruktur der elektronischen Rechnungsstellung und -verarbeitung.
  • E-Rechnung ist die einzelne elektronische Rechnung, die bestimmte Anforderungen (z. B. strukturiertes Format nach EN 16931) erfüllt.
  • Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD sind konkrete technische Ausprägungen solcher E-Rechnungen.

 

Im Umfeld von Dokumentenmanagement und ECM ist E-Invoicing kein Konkurrenz-, sondern ein Ergänzungs-Thema:

  • ERP, E-Invoicing-Plattformen oder EDI-Lösungen kümmern sich um Daten, Transport und Prozesse.
  • DMS-/ECM-Systeme übernehmen die dokumentenorientierte Sicht – also Visualisierung, Ablage, revisionssichere Archivierung und Einbindung der Rechnung in digitale Akten (Kundenakte, Lieferantenakte, Vorgangsakte).

 

So entsteht ein End-to-End-Prozess von der elektronischen Rechnungserstellung über die automatisierte Verarbeitung bis zur langfristigen, revisionssicheren Archivierung.

Vorteile von E-Invoicing für Unternehmen

Ein konsequent eingeführtes E-Invoicing bringt Unternehmen – besonders im Zusammenspiel mit ERP, DMS/ECM und Workflows – zahlreiche Vorteile:

Weniger manueller Aufwand & Fehler

Rechnungsdaten werden direkt aus dem System erzeugt und beim Empfänger automatisch übernommen. Manuelle Erfassung, Kopieren und Abtippen entfallen weitgehend – Tippfehler, Zahlendreher und Medienbrüche werden reduziert.

Schnellere Durchlaufzeiten im Rechnungsprozess

Elektronische Rechnungen stehen sofort im System zur Verfügung, können automatisch verteilt, geprüft und freigegeben werden. Das beschleunigt Prozesse, reduziert Liegezeiten und verbessert die Skonto-Nutzung.

Kostenreduktion & Prozessoptimierung

E-Invoicing spart Druck, Papier, Kuverts, Porto und Arbeitszeit in der Erfassung. Gerade bei hohen Belegvolumina machen sich die Einsparungen schnell bemerkbar.

Rechtssicherheit & Compliance

Durch den Einsatz standardkonformer E-Rechnungsformate und integrierter Archivierung lassen sich gesetzliche Vorgaben – etwa aus Umsatzsteuerrecht, GoBD, EU-Richtlinien und nationalen E-Rechnungspflichten – besser erfüllen und nachweisen.

Transparenz & bessere Auswertungsmöglichkeiten

Strukturierte Rechnungsdaten lassen sich einfacher auswerten: Offene Posten, Zahlungsziele, Skontoquoten oder Lieferantenperformance können in Echtzeit analysiert werden – eine wichtige Grundlage für Liquiditätsplanung und Controlling.

Internationale Anschlussfähigkeit

In vielen Ländern werden E-Invoicing- oder E-Rechnungspflichten eingeführt oder ausgeweitet. Wer heute auf E-Invoicing setzt, schafft die Basis, um grenzüberschreitende Anforderungen und zukünftige Vorgaben effizient zu erfüllen.

FAQ

Häufige Fragen im Zusammenhang mit E-Invoicing

E-Invoicing beschreibt den gesamten Prozess und die technischen Strukturen der elektronischen Rechnungsstellung – also Erzeugung, Übermittlung, Empfang und Verarbeitung von elektronischen Rechnungen. Die E-Rechnung ist die konkrete elektronische Rechnung, die in einem strukturierten Format (z. B. gemäß EN 16931, XRechnung, ZUGFeRD) vorliegt und maschinell verarbeitet werden kann. In Deutschland wird „E-Rechnung“ steuerrechtlich präzise definiert; E-Invoicing ist der übergeordnete Begriff für den dazugehörigen Prozess.

EDI (Electronic Data Interchange) ist ein Oberbegriff für den standardisierten elektronischen Austausch vieler Arten von Geschäftsdokumenten (Bestellungen, Lieferavise, Rechnungen etc.) zwischen Systemen – meist über dedizierte EDI-Formate und -Verbindungen. E-Invoicing fokussiert speziell auf Rechnungen und deren automatisierte Verarbeitung. E-Invoicing-Lösungen arbeiten oft mit standardisierten E-Rechnungsformaten, Portalen oder Netzwerken und adressieren zusätzlich steuerliche und regulatorische Anforderungen. In der Praxis ergänzen sich beide Welten: EDI kann als Transportkanal dienen, während E-Invoicing sicherstellt, dass die Rechnungsdaten den jeweiligen E-Rechnungsvorgaben entsprechen.

Ob E-Invoicing verpflichtend ist, hängt vom Land, vom Geschäftstyp (B2G/B2B/B2C) und von lokalen Gesetzen ab. In der EU müssen öffentliche Auftraggeber seit Umsetzung der Richtlinie 2014/55/EU in der Lage sein, E-Rechnungen im europäischen Standard zu empfangen und zu verarbeiten – faktisch ein starker Treiber für E-Invoicing im B2G-Umfeld. In Deutschland sind E-Rechnungen an öffentliche Auftraggeber bereits Pflicht; zudem wird E-Invoicing im B2B-Bereich ab 2025 schrittweise zur Vorgabe, inklusive Übergangsfristen und Ausnahmen (z. B. Kleinbetragsrechnungen, bestimmte steuerfreie Umsätze, B2C). Konkrete Einzelfälle und Rechtsfolgen sollten immer mit Steuer- oder Rechtsberatung geklärt werden.

Typische Bausteine einer E-Invoicing-Lösung sind:

 

  • ERP- bzw. Finanzsystem, das strukturierte Rechnungsdaten erzeugen und verarbeiten kann.
  • Eine E-Invoicing- oder E-Rechnungslösung (z. B. integriert im ERP, als Plattform oder als Service), die Formate wie XRechnung, ZUGFeRD oder andere EN-16931-konforme Formate unterstützt.
  • Schnittstellen zu Partnern und Plattformen – etwa zu E-Invoicing-Netzwerken, Portalen, PEPPOL oder EDI-Infrastrukturen.
  • Ein angebundenes DMS-/ECM-System für Visualisierung, digitale Akten und revisionssichere Archivierung.
  • Prozesse, Rollen und Richtlinien, die festlegen, wie E-Invoices erstellt, geprüft, freigegeben und aufbewahrt werden.

 

Mit diesen Bausteinen kann E-Invoicing Schritt für Schritt eingeführt werden – oft beginnend mit einem Pilot (z. B. ausgewählte Lieferanten oder Kunden) und anschließendem Ausbau.

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